
Der Autor dieser Glosse arbeitet im Ingolstädter Passamt.
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Engert versenkt
Natürlich wurde nicht der Kulturreferent versenkt, sondern Engert hat
versenkt. Und zwar ein Kunstwerk. Nein, nicht die gern verachteten
Metalltrümmer von Alf Lechner, auch nicht das Programm der diesjährigen
Jazztage. Sondern eine Zeitkapsel, und zwar Am Stein. Dort, wo eigentlich noch
gebaut wird (Sie erinnern sich, früher sind dort mal Busse durch gefahren) und
deshalb eh schon alles aufgerissen ist. Wenigstens da hat mal jemand von der
Stadt mitgedacht.
In der Zeitkapsel befinden sich bunt bemalte Holztafeln. 126 Stück genau,
auf denen die Ingolstädter Geschichte dargestellt ist. Die historisch
relevanten Daten natürlich nur. Nicht die eigentlich viel wichtigeren, wie zum
Beispiel die Leuchtspuren in der Donaustraße, die nun doch nicht leuchten, und
auch nicht die Gesichter derjenigen Politiker, die sich seit Monaten um das
Altstadt-Bus-Thema streiten, ohne auch nur den Anflug eines Konzeptes zu haben,
wie man den Nahverkehr attraktiver machen könnte. Nein, nur die schönen Sachen
sind auf den Tafeln zu sehen. Die Ereignisse, die unsere Stadt verschandeln und
ihre Bürger verdrießen, die haben da nichts zu suchen. Mit geschlossenen Augen
in die Zukunft, lautet das Motto. Ist ja auch viel einfacher, als sich mit den
Problemen der Gegenwart auseinander zu setzen.
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