
Das Jahr 2000 bekommt, was es verdient: The Waterboys rocken sieben
Jahre nach ihrer Auflösung, als hätte es keine Pause gegeben.
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The Waterboys
"A Rock In The Weary Land"
(RCA)
"Let it happen" eröffnet dieses Album, mit dem
sich die Waterboys nach sieben Jahren zurück melden. Als die Band um Mike Scott
Mitte der Achtziger antrat, war schnell klar, dass die Band mehr wollte als
andere. Und das bekamen sie, weil sie talentierter waren als der Rest. Einige
werden sich noch an das Stück "The whole of the moon" erinnern. 1993
löste Scott die Band auf und veröffentlichte zwei Soloscheiben, die von
Kritikern und Fans gemocht, aber leider nur mäßig verkauft wurden. Scott hatte
es den Fans und vor allem den Plattenfirmen nie leicht gemacht, denn kein Album
klang wie das andere. Von der "Big Music" über Irish Folk zum
Gitarrenrock reichte das Spektrum im Lauf der Zeit. Diesmal nun lautet das Motto
"Distortion". Das ganze Album hindurch zieht sich diese den Klang
verzerrende Produktionstechnik, läßt die Lieder dadurch sehr bedrohlich
erscheinen. Doch der Effekt ist nicht nur befremdlich, sondern hat auch zur
Folge, dass alles sehr "echt" wirkt und vor Energie nur so strotzt.
Nicht beim ersten Hören, auch nicht beim zweiten, wird man diese Scheibe ins
Herz schließen. Aber mit jedem Mal mehr, und man möchte sie nicht missen, weil
sie einfach ins Jahr 2000 passt. Und für das Piano beim Stück "We are
Jonah" würde ich sogar nach Lourdes pilgern.
Thomas Uhle
[25. September 2000]
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