
Der Autor dieser Glosse lebt seit 1984 in Ingolstadt und hat seine ganz eigenen
Visionen.
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Visionär
In Ingolstadt gibt es Leute, die haben Visionen. Ich meine jetzt nicht die
Optimisten, die mit dem dritten Weizen unter dunklen Wolken vorm Mohrenkopf sitzen und
sagen "Mei, des werd scho besser." Sondern Leute mit richtigen
Visionen, wie zum Beispiel dem Monorail, der quer durch die Stadt fahren soll.
Zur Audi natürlich. Deshalb gibt es am 22. Oktober im Ingolstädter
Stadttheater auch den Tag der Visionen,
damit sich diese Leute ihre Visionen auch mal gegenseitig erzählen können,
ohne gleich ausgelacht zu werden. Die Bürger sollen eifrig mit diskutieren und
Vorschläge machen, wie sie sich ihr Ingolstadt in der Zukunft vorstellen.
Dabei gibt es so ein Forum
schon längst, und ich geb ab und an selbst meinen Teil dazu. Es ist schon
lustig, wie schnell sich die Gemüter erhitzen, wenn es nur darum geht, ob die
Theresienstraße komplett in eine Fußgängerzone umgewandelt werden soll. Der
schwierige Spagat zwischen einer lebhaften und einer attraktiven Innenstadt
dürfte eine der schwierigsten Aufgaben der nächsten Jahre sein. Und die
sollten wir keineswegs den Kommunalpolitikern überlassen, sondern jeder sollte
sich selbst Gedanken machen und mit diskutieren. Und wenns gar nicht anders
geht, darf auch jeder eine eigene, kleine Vision haben.
Website "Tag der
Visionen"
[16. Oktober 2000]
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