The Wallflowers
"Breach"
(Universal/Motor)
Der Sohn dieses Vaters zu sein ist eine Bürde, die Jakob Dylan bei jedem
neuen Album seiner Band aufgelastet wird. Auch diese Kritik beginnt mit dem Unvermeidlichen, um dann aber sofort eine 180°-Wendung zu machen.
Denn die Wallflowers rocken auf diesem Album scheinbar selbstverliebt vor sich
hin. Sie fallen nicht mehr auf, klingen geschlossener und keineswegs mehr so
prätentiös wie auf den beiden ersten Alben. Hatte die Vorgängerscheibe "Bringing
Down The Horse" noch etliche Hits zu bieten, wird die Plattenfirma diesmal
konsequent enttäuscht.
Nichts hält die Band davon ab, unbeschwert aufzuspielen, alle Erwartungen
abzuschütteln, und den einen oder anderen enttäuschten Hörer zurück zu
lassen. Aus den Wallflowers ist endlich eine richtige Band geworden. Während
der ersten drei Stücke rumpelt der Rock-Express zügig voran, kommt dann im
vierten Stück "Delivered" erstmals auf ruhigere Bahnen und zieht im
nächsten Stück wieder an. Das ist alles stinknormal, unspektakulär, aber
dennoch einfach gelungener als bei Bands, denen nach einem Hit die guten Ideen
ausgehen. Vielleicht hat Jakob Dylan von seinem Vater ja nicht nur die Bürde
geerbt.
 Der
amerikanische Rolling Stone berichtet (auch auf seiner Website) ausführlich
über Jakob Dylan und die Wallflowers (Link).
Thomas Uhle
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