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  Ausgabe 4 : Nachberichte

  
 
 
   
   
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Magisch und beklemmend

Lars von Trier fordert mit "Dancer in the dark" das Publikum

Dancer in the dark - BjörkDie Musik setzt ein, doch die Leinwand bleibt schwarz. So wird der Zuschauer in die dunkle Welt der Selma (Björk) eingeführt.
  Deren Welt ist alles andere als aufregend: Die allein erziehende Mutter ist mit ihrem Jungen von der Tschechoslowakei nach Amerika ausgereist. In der alten Heimat hatte sie immer von Musicals und Fred Astaire geträumt, doch in dem kleinen Kaff in den USA besteht das Leben ausschließlich aus harter Arbeit für ein kleines bisschen anständiges Leben. Aber Selma kämpft auch gegen die Zeit, denn sie wird bald erblinden. Um ihrem Sohn das vererbte Schicksal zu ersparen, legt sie jeden Dollar und jeden Cent beiseite, um seine Augenoperation bezahlen zu können. Doch dann nimmt die Geschichte eine unerwartete, dramatische Wendung.

Alltag mit der Handkamera eingefangen

Lars von Trier ist Däne und Mitbegründer der Gruppe "Dogma 95", die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, das Medium Film von überflüssigen Spielereien frei zu machen. Dazu gehörten vor allem kein künstliches Licht, dafür aber eine "verzitterte" Handkameraästhetik.
Dancer in the dark - Björk und die Deneuve Und so wirkt auch der Beginn von "Dancer in the dark" eher wie eine Dokumentation über den Alltag in einer Fabrik. Selma, wie sie arbeitet, Selma wie sie tagträumt. Der Klang der Maschinen weckt Melodien in ihrem Kopf, und so läßt die erste Musical-Sequenz nicht lang auf sich warten. Doch von einem typischen Musical zu sprechen wäre nicht richtig. Die Szenen mit der einzigartigen Sängerin Björk haben etwas Magisches an sich, doch spalten sie das Publikum wohl endgültig in zwei Lager. Wer bei den Handkameraszenen noch nicht seekrank geworden ist, wird möglicherweise die beängstigend intensiven Songs nur schwer ertragen. Doch wer den Film bis zum Ende erlebt, wird mit einer der beklemmendsten Szenen der Filmgeschichte belohnt. Über die Stilistik des Regisseurs sind Meinungsverschiedenheiten vorprogrammiert, doch die schauspielerische Leistung von Björk (sie wurde ebenso wie der Film selbst mit der Goldenen Palme von Cannes ausgezeichnet) wird auch den größten Zweifler für diesen Film einnehmen.

139 min, ab 12 Jahre

Offizielle Website zum Film

Thomas Uhle
[09.10.2000]

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