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  Ausgabe 5 : CD-Kritik

  
 
Cover Coldplay

Coldplay

Man muss nicht immer einen auf hype machen, um auf der Insel abzuräumen. Coldplay schafften mit einer unaufgeregten, coolen Platte den Sprung an die Spitze der britischen Charts.

Coldplay
"Parachutes"
(EMI/Parlophone)

Guy Berryman, Jon Buckland, Will Champion und Chris Martin haben zwei Dinge mit Belle & Sebastian gemeinsam: Erstens weiß man nur sehr wenig über sie (auch die offizielle Website sprudelt nicht grad vor Informationen), zweitens schreiben beide Bands wunderschöne Songs fernab des nervigen Mainstream-Gedudels.

Coldplay, so der Name des Quartetts, gelten schon jetzt als "hottest newcomer" des Jahres in Großbritannien und treten damit in die Fußstapfen von Embrace (1998, "The Good Will Out") und Travis (1999, "The Man Who").  Auf ihrem ersten Longplayer (bisher erschienen lediglich einige EPs bzw. Maxis) gibt's einige Balladen, die in die Richtung Jeff Buckley und Travis gehen. Der US-Rolling Stone vermag gar Einflüsse von U2, Pink Floyd, Dave Matthews und Radiohead zu vernehmen,  und doch haben die zehn Songs auf "Parachutes" etwas ganz Eigenständigs, Frisches und Unverbrauchtes an sich. "Don't Panic", "Spies",  "Sparks" und "We Never Change" sind wunderbar melancholisch, "Trouble" ist feiner melodischer Brit-Pop.

Bleibt Coldplay zu wünschen, dass ihnen nicht, wie so mancher UK-Band vor ihnen, nach dem Debüt gleich wieder die Luft ausgeht. Vielleicht können sie sich, wie beispielsweise Travis, sogar noch steigern, dann wird man über Großkotze wie Oasis bald nur noch müde lächeln.  


Rolling Stone-LogoZusammen mit Toploader und Keith Caputo sind Coldplay auf der Roadshow des deutschen Rolling Stone zu sehen und hören. Vorgestellt werden bei diesen Shows vielversprechende Newcomer (im letzten Jahr war Travis mit von der Partie) zu einem sehr fairen Preis (30-36 Mark). Am 9. Dezember gastiert die Roadshow im Münchner Colosseum. (Link).



Uwe Ziegler
[16. Oktober 2000]

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