|
|
Fünf Diven auf Nummer Sicher
Formation "Divas Nite / JazzIN-Allstarband" gastierte
im Diagonal
 Sie
haben's ganz schön krachen lassen, schon im Vorfeld. "Divas
Nite" ist schließlich ein Begriff, der seit der Diva-VH1-Show mit
Celine Dion & Co. einen ganz besonderen Klang hat. Das sind
Pop-Diven, die sich diesen Status redlich verdient haben im Lauf der
Jahre bzw. Jahrzehnte, das sind Trauben, die ziemlich hoch hängen. Es
war halt eine spontane Idee, wie Inga Heckmann, zusammen mit Keyboarder
Charly Leimer der Kopf dieses einmaligen oder auch neuen Projekts (das
wird die Zukunft zeigen), erzählte. Und in Verbindung mit dem Begriff
JazzIN-Allstarband lag die Messlatte dann schon verdammt hoch, und mit
ihr natürlich die Erwartungshaltung im knackevollen Diagonal. War dies
also das derzeit Beste, was es in Ingolstadt zu hören gibt? Fünf
Sängerinnen, sechs Instrumentalisten, pro Vokalistin drei Songs plus
locker eingestreute Soli der Allstarband, leider keine
Eigenkompositionen, sondern ausschließlich Bekanntes aus dem Pophimmel
(Gloria Estefan, Gabrielle, Beatles, Chaka Khan, Carole King, Sheryl
Crow, Anastacia, Peter Gabriel).
Glänzende Dana Milicic
Einigen
der selbsternannten Diven war, was die Sache aber nur noch sympathischer
machte, die Anspannung anzusehen. Mit fortschreitender Dauer, mit
steigenden Temperaturen und abschwellendem Adrenalinspiegel wurde das
Quintett dann immer lockerer und auch besser. Leider sprang der
berühmte allerletzte und zündende Funke aber nur zwei, drei Mal
wirklich aufs durchaus begeisterte Publikum über, und zwar meistens
dann, wenn die glänzende Dana Milicic (von der Münchner Formation
"Sin Nation")
so richtig die Sau rausließ und schwierigste Passagen hervorragend
meisterte (Highlight des Abends war Alanis Morissettes "You
Oughta Know", wenngleich die Textzeile "Are you thinking
of me when you fuck her" in ein braves "...when you kiss
her" umgewandelt wurde). Überzeugend bei den Musikern vor allem
Gitarrist Oliver Mochmann (Foto rechts), nicht nur wegen einiger
brillanter Soli. Wie bei den Musikern ohnehin kein Schwachpunkt zu
erkennen war, wär ja auch etwas merkwürdig gewesen bei dieser
Besetzung. Bei den Diven fiel lediglich Monika Schuller
("Epiladies") etwas ab, während außer der bereits erwähnten
Dana Milicic vor allem Inga Heckmann und Christine Eilzer
phasenweise ihr Können aufblitzen ließen.
Kleine Schwächen sind bei einer Formation, die erst einmal geprobt
hat, aber durchaus zu verzeihen. Geboten wurde grundsolide bis
überdurchschnittlich gute Unterhaltung, und auf eine Fortsetzung dieses
Projekts - gerne auch mit eigenem Material - darf man gespannt sein.
Einen ganz dicken Pluspunkt jedenfalls gibt's für die Idee, so etwas in
Ingolstadt überhaupt aufzuziehen. Gefeilt werden kann noch in puncto
Arrangement, denn nur wenige der Songs unterschieden sich großartig vom
Original. Aber, wie bereits erwähnt, gut Ding braucht Weile bzw.
Proben. Und Diva wird man auch nicht von heute auf morgen...
Formation:
Gesang:
Inga Heckmann, Christine Eilzer, Melanie Friedbauer, Dana Milicic
und Monika Schuller.
Allstarband:
Charly Leimer (Keyboard), Charly Böck (Percussions), Oliver Mochmann
(Gitarre), Christoph Hörmann (Saxophon), Csaba Schmitz (Drums),
Thorsten Soos (Bass).
Danke an Christine - beim ursprünglichen Text lag eine
Namensverwechslung (Melanie Friedbauer und Dana Milicic) vor. Sorry!
Eure Meinung zu dieser Kritik bzw. zum Konzertabend und zu weiteren
Auftritten könnt Ihr gerne in unserem neuen Musik-Forum
loswerden.
|
|
|
|
|