Ausgabe 6 : CD-Kritik

  
 
Mardi Grass.bb Cover

Mardi Grass.bb

Die Mannheimer Brass-Band hat sich mit ihrem zweiten Album zum absoluten Herbstrenner entwickelt.

Entführt nach New Orleans

 

Mardi Gras.bb "Supersmell" (Universal Music)


Musikkritiker neigen dazu, jene CDs überschwänglich zu bewerten, die sich vom Mainstream absetzen, ein eigenes Genre kreieren. Aber es gibt immer Skeptiker, Nörgler, die einwenden, dass alles schon einmal da gewesen, unspektakulär und trivial ist.
Um so erstaunlicher ist die einstimmige Glorifizierung der Mannheimer Brass-Band Mardi Gras.bb. Kritiker bekommen förmlich Schaum vorm Mund, wenn sie von den wuchtigen Secondline-Elementen der zwölfköpfigen Bläser-Section, gepaart mit den kongenialen Scratches von DJ Mahmut und den schräg-krächzenden Vocals von Frontman Doc Wenz schwärmen. Und wissen Sie, was noch erstaunlicher ist? Die Kritiker haben Recht!
Nach zwei kompletten Umformungen der Band hört man, dass die Musiker nicht nur kesseln können wie eine kreolischen Begräbniskapelle im tiefsten Louisiana; sie haben auch noch Spaß an der Sache. Ohne Fun brächten sie diese erdige-sumpfige Stimmung ohnehin nie zusammen, eine Atmosphäre, die einen einfängt, umhüllt wie eine Dampfwolke, "the supersmell" eben. Nehmen Sie einen kräftigen Zug,

empfiehlt Ihr


Peter Melchior

 

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