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  Ausgabe 8 : CD-Kritik

  
 
Cover U2

U2

Würden U2 wieder auf die Technik setzen, die ihre letzten Alben bestimmt hatte? Pustekuchen, sie können auch noch anders.

U2
"All That You Can´t Leave Behind"
(Island/Universal)

Als Superstar hat man es nicht leicht. Mitte der Achtziger galten U2 als großartige Rockband, die etwas machte, was zu der Zeit nicht viele schafften, sie klangen nämlich anders. Ihr Sänger Bono war für viele der Inbegriff eines humorlosen Wanderpredigers, mit zu großen Gesten, mehr Pathos als Rock´n´Roll vertragen konnte. 1991 dann der Befreiungsschlag namens "Achtung Baby", Bono & Co. karikierten das Musikbusiness, hatten plötzlich den Spaß entdeckt und machten den Affen, ohne sich lächerlich zu machen.

Das ist neun Jahre her, dazwischen lagen ein experimentierfreudiges "Zooropa", ein unfertiges, aber gelungenes "Pop" - und nun? Auch der größte Spaß kann zur Masche werden. Aber diesem Schicksal sind U2 entwischt, denn sie haben den Weg gefunden, der sie zurück führt in die Zeit um "Rattle & Hum". Die technischen Spielereien haben sie dabei nicht vergessen, nur reduziert. Vielleicht sind die Gesten wieder größer geworden, aber "All That You Can´t Leave Behind" trägt eine angenehme Unbekümmertheit in sich. Es ist einfach eine Platte. Sonst nichts. Bono singt, jauchzt und seufzt schöner denn je, The Edge spielt Gitarre wie eh und je, Adam & Larry spielen solide. U2 hatten den richtigen Riecher, als sie wieder auf Daniel Lanois und Brian Eno als Producer setzten. Trotz einiger Rocker (jedenfalls für U2-Verhältnisse) wirkt das neue Album ruhiger, herbstlicher und milder als die drei Vorgänger.

Im März startet in Florida die Welttournee der Band, die sie diesmal vor allem in Hallen bestehen wollen. Das paßt zu den neuen Stücken. Eine Nummer kleiner, einen Gang zurück geschalten.



Thomas Uhle
[6. November 2000]

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