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  Ausgabe 8 : Nachberichte

  
 
 
   
   
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It´s the song, not the singer


Die "Monsters of Cover"-Tournee gastierte in Mindelstetten

Monsters of Cover, TicketDie Lichter gehen aus, die bis auf den letzten Platz gefüllte Markthalle blickt voll freudiger Erwartung zur Bühne und nach einem eingespielten Ennio-Morricone-Intro betreten sie die Bühne, die 5 Kleinen Jägermeister. Die Band kennt niemand, aber die Stücke, die sie spielt, kennt jeder. Denn die Jägermeister sind eine Coverband. Die Toten Hosen sind ihre Helden, und deren Lieder spielen sie möglichst originalgetreu nach.

Was nach einer langweiligen Sache klingt, ist ein Riesenspaß für Bands und manchmal auch für das Publikum. Nebenbei entwickelt sich da auch eine neue Musikbranche, denn es gibt immer mehr Bands, die sich auf das Songmaterial großer Namen verlassen: "Vorsprung durch Technik" beispielsweise covern U2, und waren vor einiger Zeit ebenfalls Teilnehmer der Monsters-Tournee. Hier und heute in Mindelstetten bei Pförring jedoch sind erst die 5 Kleinen Jägermeister dran, die ihr Publikum im Griff haben. Über Sinn und Zweck einer Band, die Stücke einer Punkband covert, läßt sich trefflich streiten. Mehr als drei Akkorde, fünf Bier und ein bisschen Spaß braucht man dazu eigentlich nicht. In diesen Kategorien sind die Jägermeister firm, und auch das Publikum grölt bei Hits wie "Liebesspieler" oder "Schön sein" mit.


Dicke Luft, ausgelassene Party


1600 Besucher will der Veranstalter gezählt haben, doch die Halle ist zum Bersten voll und es werden wohl mehr als 2000 vor allem junge Leute sein, die sich zwischen Bierständen und der Bühne drängeln. Die Luft kann man längst in Stücke schneiden, und ansonsten nur hoffen, es möge keine Panik ausbrechen.

Die bricht auch nicht aus, als Kon Chauvi die Bühne betreten. Laut Eigenwerbung eine der besten Bon-Jovi-Nachahmer-Kapellen, und das stellen sie mit "It´s My Life" auch gleich unter Beweis. Der Sänger kann, im Gegensatz zu seinem Vorgänger "Campino", sogar fast wie das Original ins Mikro röhren, die Band spielt ordentlich und die Fans sinds zufrieden. Auch wenn dem Sänger manche Gesten zu groß geraten und die Identifikation mit Jon Bongiovi vielleicht zuweilen überhand nimmt, ist die Botschaft klar: "Wir sind Bon-Jovi-Fans, und wir spielen diese Stücke gern."

Unfreiwillige Parodien


Der German Boss auf der Bühne; (c) by www.monsters.de Vom German Boss, der mit seiner Band als Letzter gegen halb zwölf die Bühne entert, kann man das nicht behaupten. Seinem Auftritt kann man sich nur unter zwei Gesichtspunkten nähern: Entweder wollte man schon immer mal eine Band erleben, bei der man sich lachend auf die Schenkel klopft und Tränen aus den Augen wischen muß. Oder man kann damit leben, wenn Springsteen-Songs live totgeprügelt werden. In beiden Fällen kommt man beim German Boss voll auf seine Kosten. Weder kann Sänger Kalle singen (schon gar nicht wie der echte "Boss"), noch hat er seiner Band erklärt, was ein Arrangement sind. Wirklich jedes Stück wird zur Parodie seiner selbst, und sogar der Mann am Mischpult muss lachen. Kein Wunder, wenn immer mehr Leute schnellen Schrittes zum Ausgang eilen. Krönung des Abends ist die Darbietung von "Born in the U.S.A.", der wütenden Anklage eines Vietnam-Veteranen, die beim German Boss zur Party-Nummer gerät. Konnte man den Jägermeistern und Kon Chauvi unterstellen, die Musik ihrer Helden wirklich zu mögen, ist der German Boss vor solchen Verdächtigungen sicher. Daheim konnte man nur schnellstmöglich zum nächsten Springsteen-Album greifen und sich der Qualität der Musik versichern, wenn man nicht seinen Glauben an diese Musik verlieren wollte. 

Das grande finale kommt, als sich sämtliche Bands auf der Bühne zusammen finden, um die "Glory Days" zu besingen. Das wird zur großen Gaudi, und wer noch in der Lage ist, sich am Mikrofon festzuhalten, der darf mitsingen.



Neuauflage im nächsten Jahr?


Die Lustigen Kumpels e.V., Veranstalter des Konzerts, waren zufrieden mit dem großen Zuspruch, und so darf auf eine Neuauflage im kommenden Jahr gehofft werden. Die Pförringer Jugend wird's freuen. Vielleicht auch die Polizei aus der Region, denn die hatte wohl ihren Einsatz des Jahres: In der Mindelstettener Ortsmitte wurden mit einem großen Aufgebot  Fahrzeuge kontrolliert. Fast wie damals, als Rockmusik noch was für Rebellen war...


Eure Meinung zu dieser Kritik bzw. zum Konzertabend und zu weiteren Auftritten könnt Ihr gerne in unserem neuen Musik-Forum loswerden. 


Meinung im Forum
Artikel im Donau Kurier
 
Artikel auf der offiziellen Seite 


Gerne hätten wir an dieser Stelle auch über den Auftritt von Schinderhannes im Ohrakel berichtet. Leider gab's auf unsere Mailanfrage ans Ohrakel-Team hin keinerlei Resonanz.

Thomas Uhle
[6.11.2000]

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