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Einmal um die ganze Welt
Einmaliges Clubgastspiel von David Lindley & Wally Ingram in
der Neuen Welt
 Selten war ein Konzert so schnell ausverkauft wie dieses wohl einmalige
Clubgastspiel David Lindleys und Wally Ingrams in der Neuen Welt.
Möglich wurde das, weil für die beiden Musiker Ingolstadt auf dem Weg
nach Basel sozusagen auf dem Weg lag.
Schon der Bühnenaufbau ließ Erstaunliches erwarten: Links ein Hocker,
umgeben von etlichen Gitarren und exotischeren Saiteninstrumenten.
Rechts davon war Wally Ingrams Platz. Von einem Schlagzeug zu sprechen
wäre unzutreffend. Eher schon war es ein ganzes Schlagwerkzeug, mit all
den Becken, Trommeln und kleinen Klangkörpern.
Beeindruckend auch die Bühnenpräsenz der beiden Musiker. Wally Ingram
wirkte einerseits müde von der Anreise, andererseits aber auch gut
gelaunt und bescheiden. David Lindley fiel bereits durch seine bunte
Kleidung und seine Frisur auf, grau und zottelig die Koteletten. Doch
auch er war guter Dinge, und so nahm ein ungewöhnlicher Abend seinen
Lauf.
Reggae-Groove bei heißen Temperaturen
Zunächst deutete einiges auf ein Konzert mit viel Bluesrock hin, doch
schnell machten die beiden Musiker eine geschickte Wendung und die
Füße des meist älteren Publikums wippten im Takt des Reggae-Grooves
mit. Ein Lied später, eine weitere Reise um den Globus. Lindley und
Ingram kamen den Fans fast schon meditativ, mit Stücken, die von
nordafrikanischen und indischen Harmonien beeinflusst waren. Manch einer
der Zuhörer ließ sich von der Musik und den Temperaturen in der Neuen
Welt leicht einlullen, doch für aufmerksame Beobachter gab es nicht nur
viel zu Hören, sondern auch zu Sehen: Was Wally Ingram mit seinem
umfangreichen Instrumentarium hören ließ, war schier unglaublich. Er
schien auf allen Kontinenten heimisch zu sein, ergänzte Lindleys
Gitarrenspiel, als hätten die beiden nie etwas anderes gemacht, als
gemeinsam aufzutreten (dabei machen die beiden das erst seit 1998).
Sternstunden
Lindley, der bereits lange Jahre Kompagnon von Jackson Browne war,
beherrscht seine Gitarren ebenfalls meisterhaft. Die meisten Stücke
spielt er mit seinen verschiedenen Slide-Gitarren, macht launige Ansagen
und grinst ansonsten nur vielsagend.
Von einer Sternstunde war im Vorfeld die Rede. Nicht nur, weil es nach
17 Jahren Neue Welt das erste Konzert an einem Freitagabend war. Und
diese Ankündigung sollte sich bewahrheiten. Es war ein glanzvoller
Abend, der immer interessant blieb und die Zuhörer mit einem guten
Gefühl nach Haus schickte.
Eure Meinung zu dieser Kritik bzw. zum Konzertabend und zu weiteren
Auftritten könnt Ihr gerne in unserem neuen Musik-Forum
loswerden.
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