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  Ausgabe 9 : Nachberichte

  
 
 
   
   
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Einmal um die ganze Welt


Einmaliges Clubgastspiel von David Lindley & Wally Ingram in der Neuen Welt

Lindley (r.) und IngramSelten war ein Konzert so schnell ausverkauft wie dieses wohl einmalige Clubgastspiel David Lindleys und Wally Ingrams in der Neuen Welt. Möglich wurde das, weil für die beiden Musiker Ingolstadt auf dem Weg nach Basel sozusagen auf dem Weg lag.

Schon der Bühnenaufbau ließ Erstaunliches erwarten: Links ein Hocker, umgeben von etlichen Gitarren und exotischeren Saiteninstrumenten. Rechts davon war Wally Ingrams Platz. Von einem Schlagzeug zu sprechen wäre unzutreffend. Eher schon war es ein ganzes Schlagwerkzeug, mit all den Becken, Trommeln und kleinen Klangkörpern.

Beeindruckend auch die Bühnenpräsenz der beiden Musiker. Wally Ingram wirkte einerseits müde von der Anreise, andererseits aber auch gut gelaunt und bescheiden. David Lindley fiel bereits durch seine bunte Kleidung und seine Frisur auf, grau und zottelig die Koteletten. Doch auch er war guter Dinge, und so nahm ein ungewöhnlicher Abend seinen Lauf.

Reggae-Groove bei heißen Temperaturen



Zunächst deutete einiges auf ein Konzert mit viel Bluesrock hin, doch schnell machten die beiden Musiker eine geschickte Wendung und die Füße des meist älteren Publikums wippten im Takt des Reggae-Grooves mit. Ein Lied später, eine weitere Reise um den Globus. Lindley und Ingram kamen den Fans fast schon meditativ, mit Stücken, die von nordafrikanischen und indischen Harmonien beeinflusst waren. Manch einer der Zuhörer ließ sich von der Musik und den Temperaturen in der Neuen Welt leicht einlullen, doch für aufmerksame Beobachter gab es nicht nur viel zu Hören, sondern auch zu Sehen: Was Wally Ingram mit seinem umfangreichen Instrumentarium hören ließ, war schier unglaublich. Er schien auf allen Kontinenten heimisch zu sein, ergänzte Lindleys Gitarrenspiel, als hätten die beiden nie etwas anderes gemacht, als gemeinsam aufzutreten (dabei machen die beiden das erst seit 1998).

Sternstunden



Lindley, der bereits lange Jahre Kompagnon von Jackson Browne war, beherrscht seine Gitarren ebenfalls meisterhaft. Die meisten Stücke spielt er mit seinen verschiedenen Slide-Gitarren, macht launige Ansagen und grinst ansonsten nur vielsagend.

Von einer Sternstunde war im Vorfeld die Rede. Nicht nur, weil es nach 17 Jahren Neue Welt das erste Konzert an einem Freitagabend war. Und diese Ankündigung sollte sich bewahrheiten. Es war ein glanzvoller Abend, der immer interessant blieb und die Zuhörer mit einem guten Gefühl nach Haus schickte.

Eure Meinung zu dieser Kritik bzw. zum Konzertabend und zu weiteren Auftritten könnt Ihr gerne in unserem neuen Musik-Forum loswerden.   

Thomas Uhle
[13.11.2000]

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