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  Ausgabe 13 : Titel

  
 
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Der 4. Aqua turbo Contest - erneut ein Schritt nach vorne

 

Der Aqua turbo Contest, wichtigster Bandwettbewerb in der Region um Ingolstadt, geht am 12. und 13. Januar nächsten Jahres in seine vierte Runde. Und die ohnehin schon im letzten Jahr bestens organisierte Veranstaltung hat sich erneut ein Stück weiter entwickelt. So viele Bands wie noch nie (54) wollten dabei sein, mit Glow ("Mr. Brown") konnte zusätzlich zu den 18 teilnehmenden Bands ein namhafter Headliner verpflichtet werden und dem Puschen der eigenen Gruppe ist damit Einhalt geboten worden, dass nur noch die Musikfans an der Abstimmung teilnehmen dürfen, die Mitte Januar auch wirklich vor Ort sind (im letzten Jahr konnte man noch per Postkarte mitmachen). Die Eintrittskarte ist gleichzeitig der Stimmzettel, und wie zuletzt haben sowohl die Noten der sieben Juroren als auch die abgegebenen Stimmzettel dasselbe Gewicht. Wir vom IN-ticker sind erstmals bei den Präsentatoren des Wettbewerbs dabei und werden in den fünf Ausgaben bis zur Entscheidung am 13.1. schon im Vorfeld ausführlich über den Contest berichten. Diesmal haben wir uns mit Lazi Lazarus und Markus Bauch unterhalten. Die beiden entscheiden Jahr für Jahr darüber, welche der sich bewerbenden Bands letztendlich den Sprung auf die Bühne der Fronte schaffen.


Hohe Hürden auf dem Sprung ins Finale


Aqua-Plakat 2001, (c) by megazINAm Sonntag Abend trafen sich Veranstalter und megazIN-Herausgeber Daniel Melegi, "Scharfrichter" Lazi Lazarus und Markus Bauch, Tontechniker und Mitglieder der 18 Bands zum traditionellen ersten Warm-up im Mo. Insgesamt 54 Bands hatten sich um die Teilnahme am vierten Aqua Turbo Contest beworben, ein Drittel davon schaffte den Sprung ins Finale. Dabei sind wieder die drei Erstplatzierten des Vorjahres (Panta Rei, Fly Busker und Weißwurscht is) sowie einige ebenfalls bereits Contest-erfahrene Bands, aber auch Gruppen, von denen man bislang nur wenig bis gar nichts gehört hat. Bewerben konnten sich alle Formationen, bei denen mindestens ein Bandmitglied oder aber das Management im Verbreitungsgebiet der megazIN daheim ist, und das geht weit über die Region Ingolstadt hinaus. Lazi Lazarus (Zahnfleisch Gmbh, Open Flair) und Markus Bauch (CD-Produktion) haben es sich auch diesmal nicht leicht gemacht und mussten so manch schaurige Ergüsse über sich ergehen lassen, ehe sich die Spreu vom Weizen trennte. Woran's bei manchen haperte, erzählt Markus Bauch. "Furchtbar schlechte Sänger, nicht ausgegorene Stücke, schlecht konstruierte Kompositionen". Um es auf den Punkt zu bringen: Interpreten, denen man nicht unbedingt zutraut, dass sie die Zuschauer am 12./13. Januar nächsten Jahres in der Fronte eine halbe Stunde lang musikalisch unterhalten können, ohne dass bleibende Schäden zu befürchten sind. Vertreten sind wieder zahlreiche Stilrichtungen (Grunge, Alternativ-Rock, Folkrock, Pop), die Gattungen Jazz und Blues bzw. Rhythm'n'Blues fehlen hingegen gänzlich. "Es gibt keine Band mit Bläsern, es fehlen die abgefahrenen Sachen und Farbtupfer wie etwa im Vorjahr D'Oxnhex", bedauert Lazarus. Was die letztendliche Nominierung der 18 Bands für den Fronte-Abend angeht, waren er und Bauch sich absolut einig. Die beiden Musikkenner betreuen den Aqua Contest zum nunmehr dritten Mal, und obwohl ihre Geschmäcker ziemlich auseinanderdriften, fand man schnell einen gemeinsamen Nenner.

 

Eher kümmerliche Bandbreite in Ingolstadt

 

Lazi Lazarus; (c) by IN-tickerWoran liegt's, dass die Bandbreite in Ingolstadt eher kümmerlich ausfällt? Dass auch in fünfzig Jahren noch von jeder dritten Garagenkombo heftig Grunge geschrubbt wird, Mut zum Ausgefallenen aber nur selten zu finden ist? "Ingolstadt ist eine Arbeiterstadt", meint Lazi Lazarus (Foto rechts), "da ist's mit der Vielfalt nicht weit her". Von einem "Kessel" spricht Markus Bauch. So ist beispielsweise kein HipHop-Markt auszumachen in Bayerns jüngster Großstadt, das haben nicht zuletzt jene Formationen zu spüren bekommen, die sich damit beim Aqua-Contest versucht hatten und unter ferner liefen landeten. Heuer wird's übrigens keinen HipHop in der Fronte zu hören geben. Lazarus kramt eine CD eines vergleichbaren Bandwettbewerbs aus Neu-Ulm raus, einer erheblich kleineren Stadt (rund 50.000 Einwohner) als Ingolstadt. "Dort ist wesentlich mehr Vielfalt geboten, sogar Dixie und Gospel waren vertreten". Während Lazarus davon ausgeht, dass sich in der Region ansässige Bands erst einmal in der Heimat bewähren müssen, um wirklich voranzukommen, wirft Markus Bauch das prominente Gegenbeispiel namens Slut in die Runde: "Die haben sich gesagt, wir brauchen Ingolstadt nicht, wir brauchen kein Ohrakel." Und nehmen in Kürze ihr Album in den berühmten Abbey Road-Studios in London auf, dort, wo sich einst John, Paul, George und Ringo die Klinke in die Hand gaben.

 

Sprungbrett megazIN-CD-Beilage

 

megazIN-Cover Januar 2001Bis zum 22. Dezember müssen sich die Musikfans der Region noch gedulden, dann erscheint die begehrte Januar-Ausgabe der megazIN mit den Aqua-CDs, in einer Auflage von über 16.000 Stück übrigens. Das ist schon mal ein wichtiger Schritt für so manch bis dato unbekannte Band. Die Vorjahressieger Panta Rei beispielsweise freuten sich sehr über ihren Erfolg, aber noch mehr wog fast die Tatsache, in einer Auflage dieser Stückzahl zum ersten Mal in dieser Region verbreitet zu werden. Im Gegensatz zum Vorjahr ist eine Teilnahme an der Abstimmung via Postkarte nicht mehr möglich. Der Grund liegt auf der Hand: Einige Bands hatten die megazIN-Redaktion schon im Vorfeld regelrecht zugeschüttet mit eigenen Karten, um sich selbst zu puschen. Natürlich ist es weiterhin gestattet, den eigenen, gerne auch großen Fanclub im Schlepptau zu haben, der sollte dann aber eben vor Ort sein und in der Fronte 79 abstimmen. Und sich ein Bild davon machen, dass nicht nur "die eigene Band" was auf dem Kasten hat. Sowohl die abgegebenen Stimmzettel des Publikums als auch die Noten der sieben Juroren kommen am Ende in die Wertung und zählen jeweils 50 Prozent. Die Juroren verteilen ihre Noten in den Rubriken Komposition, Arrangement, Gesang, Instrumente, Live-Performance, Originalität und persönlicher Eindruck. Wenn die letzte Band am Samstag Abend dann die Bühne verlässt, überbrücken Glow, die mit "Mr. Brown" schon einen veritablen Hit auf Lager haben, die Zeit bis zur Entscheidung. Pünktlich um ein Uhr morgens heißt es dann: "The winner is..."

 

Website megazIN

 

In der nächsten Ausgabe: Alle Bands, alle Song-Files zum Reinhören. Und wer unsere Artikel aufmerksam verfolgt, kann einen von insgesamt fünf Festivalpässen gewinnen. Mehr darüber beim nächsten Mal.


Text und Foto: Uwe Ziegler
(12. Dezember 2000)

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