Ausgabe 14 : Glosse

  
 

Thomas Uhle

Der Autor nutzt die stade Zeit für ein paar Gedanken.

Farewell, goodbye und Weihnachten

Weihnachten war schon immer die Zeit, in der man sentimental werden kann, ohne gleich Weichei genannt zu werden. Also sitzt man da, schaut aufs Schneegestöber (falls vorhanden) draußen vorm Fenster und sinniert vor sich hin. Vielleicht steht noch ein ordentliches Glas Rotwein auf dem Tisch und die Gedanken beginnen zu fliegen. Das Jahr passiert noch einmal vor dem inneren Auge. Gute Erlebnisse, schlechte Tage vielleicht auch, der Urlaub oder auch der Start des eigenen Online-Magazins, das man mit ein paar Freunden ins Netz gestellt hat. 

Oder auch einfach die Gedanken an den Moment, als ich nach Allerheiligen vom Tod eines Kollegen erfahren hatte. Das momentane Nicht-begreifen-können, die Unfassbarkeit und schließlich dieses seltsame Gefühl, als die Nachricht langsam bis ins Hirn durchdringt. Plötzlich war es passiert, aus heiterem Himmel. Von uns hatte niemand damit gerechnet, und zwei Tage zuvor waren wir uns noch über den Weg gelaufen, hatten ein paar lustige Bemerkungen gemacht und er hatte mich noch an die CDs erinnert, die ich ihm via Internet bestellen sollte. Wir waren nicht eng befreundet, und wir waren auch nicht jeden Tag zu Scherzen aufgelegt. Von Tod und Krankheit hat man täglich in Zeitung und Nachrichten genug, einiges davon erschüttert sogar. Doch das hier war anders. Weil es einfach ein unwillkommener, aber wichtiger Anlass war, still zu verharren und über dies und jenes nachzudenken.

Wirklich sentimental werd ich jetzt nicht, aber Dein Humor fehlt uns. Dafür hat Petrus jetzt was zu Lachen, und vielleicht hat er ja auch ein paar Heavy-Metal-CDs für Dich im Regal stehen, irgendwo da oben.


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