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  Ausgabe 15 : Nachberichte

  
 
 
   
   
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Der Prototyp des Schwiegervaters

Robert De Niro überzeugt einmal mehr als Komödiant im zum Schreien komischen "Meine Braut, ihr Vater und ich"

 

Bobby de Niro und seine durchgeknallte KatzeDass Robert De Niro der größte lebende Schauspieler unter hundert Kilo (wenn er sich nicht gerade wieder für bestimmte Rollen was drauffuttert) und der zweitbeste "Pate"-Darsteller aller Zeiten ist, muss an dieser Stelle nicht extra erwähnt werden. Dass er auch im Komödien-Genre ein Riese ist, erstaunt dagegen selbst hartgesottene Kinofans. De Niro, das war stets ein Synonym für Gangster, Schurken, Mafiosi (erinnert sei an "Angel Heart", "Der Pate II", "Good Fellas", "Casino", "Jackie Brown"), gelegentliche Abstecher ins komische Genre ("The King of Comedy", "Reine Nervensache") muteten dagegen eher befremdend an. Spätestens seit "Meine Braut, ihr Vater und ich" ist dem nicht mehr so. Mit dem Unterschied, dass Bobby De Niro keine Fratzen schneiden und merkwürdige Töne von sich geben muss, um dem Zuschauer Tränen in die Augen zu treiben. Ganz im Gegenteil: Gerade seine sparsamen Gestiken sind es, die ihn zum Schreien komisch machen. 


Natürlich ist "Meine Braut..." mehr als nur De Niro. Aber der 56-Jährige mit der Vito Corleone-Vergangenheit drückt dem Film derart seinen Stempel auf, dass Ben Stiller - sicherlich kein Schlechter seines Fachs - neben ihm einfach wie ein Schulbub aussehen muss. Der nämlich bittet um die Hand der Tochter des merkwürdigen Jack Byrnes (De Niro) und hat damit eine denkbar undankbar Rolle. Mr. Byrnes nämlich, seines Zeichens noch immer für die CIA aktiv und mit messerscharfem Verstand und siebtem Sinn ausgerüstet, nimmt den Schwiegersohn in spe äußerst akkurat unter die Lupe. Und Greg Focker (Stiller) möchte es seinem künftigen Schwiegervater so recht wie nur möglich machen, tappt dabei aber in jeden Fettnapf, der im Wege steht; Tischgebet, Byrnes Katzenliebe, ein eigentlich harmloses Volleyballspiel im Swimmingpool, der Oldie "Puff, the Magic Dragon" und vieles mehr erweisen sich als schier unüberwindbare Hürden auf dem Weg zum Happy End.

 

De Niro und Ben StillerGanz kurz nur, gegen Ende des Films, wird etwas zu dick aufgetragen, wird deutlich, dass "Meet the Parents" (so der Originaltitel) eine Hollywood-Produktion ist. Mancher wird das nicht einmal als Nachteil sehen und froh sein, nach all den Lachern zuvor wieder durchatmen zu können. Wer richtig ablachen möchte, wer Robert De Niro einmal mehr von einer ganz anderen Seite erleben will, wer für Katzen nicht viel mehr als einen Tritt übrig hat, der sollte sich "Meine Braut..." auf keinen Fall entgehen lassen.  

 

"Meet the Parents", USA 2000. Regie: M. Jay Roach, Darsteller: Robert De Niro, Ben Stiller, Nicole DeHuff, Blythe Danner und andere, Länge: 108 Minuten; läuft in Ingolstadt im "City".

 

Uwe Ziegler

(1. Januar 2001)

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