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Der Saxophonist gehört seit einigen Jahren zur neuen Avantgarde der Jazzer.
Mit seinem neuen Werk stellt er sich wohl an deren Spitze.
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Joshua Redman "Beyond"
Alleine sieht er aus, wie er da so in dem grün-brauen Gemäuer steht. Edel
in seinem schwarzen Anzug. Mit seinem Saxophon in der Rechten.
Der Bass beginnt zu spielen, Klavier und Schlagzeug setzen dezent ein. Schon ist
Joshua Redman nicht mehr alleine. Da ist er also wieder, der sanfte, volle
Klang, der ihn in den letzen Jahren bekannt gemacht hat. Und die exzessiven
Improvisationen, die immer wieder in Regionen vorstoßen, wo schon seit langem
kein Saxophonist mehr gespielt hat. Redman macht den Free Jazz wieder hoffähig,
bei ihm klingt er oft ganz cool und relaxt. Man möchte meinen, John Coltrane
steht neben ihm und lächelt.
Aber Redman bläst da kein laues Lüftchen, er wäre nicht er selbst, hätte er
nicht genug Platz für Experimente, könnte er nicht mit Rhythmen flirten,
Grooves scheinbar nach Belieben wechseln, davonfliegen. Und schockieren!
Hörgewohnheiten ad absurdum führen. Was sich anfangs anhört wie Pharoah
Sanders Ton-Gekreische wandelt sich zum straight swing, um dann wie ein
Brubeck-Bossa fortgeführt zu werden. Scheint von außen alles starr und ein
wenig leer, so ist doch im Zentrum alles in Bewegung, belebt, vielschichtig,
individuell wie kollektiv.
Redman wird in seiner Arbeitsweise wunderbar von Aaron Goldberg (Piano), Reuben
Rogers (Bass) und Gregory Hutchinson (Drums) unterstützt; die Kommunikation ist
auf einem außergewöhnlich hohen Niveau; bemerkenswert wie feinfühlig die vier
mit der Musik umgehen, denn allesamt sind sie nicht die ältesten.
Mit dieser CD ist Joshua Redman dort angekommen, wo einige große Jazzer
scheiterten, wo sich die Musiker dazu durchringen mussten, von Grund auf neu
anzufangen, zu den Wurzeln zurückzukehren. Ich bin gespannt auf kommende
Aufnahmen. Schließlich hatte Redman stets betont, seine Wurzeln nicht zu
ignorieren. Und er ist schließlich nicht alleine.
Peter Melchior
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