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Always on my mind
 Am
8. Januar 1935 wurde Elvis Aron Presley geboren. Anlaß für eine
Gedenkminute, auch wenn es kein kommerziell erfolgversprechendes
Jubiläum ist.
Schließlich war Elvis der Mann, der die Einflüsse aus
schwarzem Rhythm´n´Blues und Country so zusammen mixte, dass sie
wirklich aufrüttelten.
Ging es Elvis immer nur um die Musik? Nein, möchte man sagen, wenn man
all die billig zusammen geschusterten Soundtracks zu seinen lächerlichen
Hollywood-Filmen hört. Aber Elvis war der erste große Rockstar, der
weltweit populär war. Sein Ruhm erreichte Dimensionen, die sich vorher
niemand vorstellen konnte. Der kleine Lausbub aus Tupelo, Mississippi,
wohl am allerwenigsten.
Aber ihn nur in der Opferrolle zu zeigen, wird der Sache auch nicht
gerecht. Dennoch wurde er das Opfer eines skrupellosen Managers, falscher
Freunde und natürlich auch seiner eigenen Unsicherheit. Auf der Bühne
war er der Chef. Doch vorher und nachher trat er in so ziemlich jedes
Fettnäpfchen. Was wäre gewesen, hätte er seine Sachen gepackt und
hätte all die Schmarotzer in Graceland dahinsiechen lassen? Ein trauriger
Gedanke, denn Elvis hätte wohl noch einiges aufgenommen, mit dem er sich
die Achtung der Kritiker und Fans zurück geholt hätte. Hat er aber
nicht. Und so ist er am 16. August 1977 gestorben, fett, aufgedunsen und
verdammt einsam.
Frühe Erinnerungen
Das
ist dann leider auch meine früheste Erinnerung an Elvis - seine
Beerdigung. Ich weiß nicht mehr, ob das Ereignis live im Fernsehen
übertragen wurde. Aber ich kann mich noch gut an die Bilder aus den
Nachrichtensendungen erinnern. Damals kannte ich ein paar Lieder von Elvis
aus dem Radio. Spätestens mit dieser Beerdigung hatte sich das
schlagartig geändert, und ich schnitt alles mit, was im Radio lief.
Bin ich Elvis-Fan? Wenn das jemand ist, der im Elvis-T-Shirt auf
Fantreffen geht und "Love me tender" in einer Karaoke-Bar singt,
dann bin ich keiner. Eher der stille Genießer, der sich freut, wenn er
Elvis´ letzte Aufnahme bei Napster findet und ab und zu mal einen Blick
in eine der Elvis-Biographien wirft, die im Regal stehen.
Elvis war möglicherweise selbst schuld an seinem Dilemma. Mich fasziniert
nur immer diese absolute Einsamkeit, die es in diesem Ausmaß bei keinem
anderen, vergleichbar berühmten Star zu geben scheint. Und mich
beeindruckt auch, wieviele unkritische, schmarotzende Schleimer dieser
Mann um sich hatte. Kenner sprechen gern von der Memphis-Mafia. Das ist
Quatsch, denn diese Gauner auf "Graceland" hatten keinen Respekt
vor ihrem "Don" Elvis.
Kein Respekt
Dabei hatte er immer Respekt vor den Leistungen anderer. Er hielt James
Dean für ein Genie und bewunderte James Brown. Aber er hatte weder die
richtigen Songs, noch die richtigen Leute um sich, um Anschluß an ein
schnelllebiges Geschäft zu halten. Als er sich endlich entschlossen
hatte, keine dieser dämlichen Klamauk-Operetten mehr zu drehen, kehrte er
mit einem TV-Special zurück ins Musikgeschäft. Das war 1968, und Elvis
hatte sichtlich wieder Feuer gefangen.
Auch hier konnte er jedoch seinem gierigen Manager nicht entrinnen. So
viele Kollegen hätten ihm Songs geschrieben: John Lennon, Nick Lowe und
Bruce Springsteen (der 1976 sogar über den Zaun von "Graceland"
kletterte, um Elvis zu treffen). Led Zeppelin boten sich sogar als
Begleitband an, ebenso die "Famous Flames", die berühmte
Begleitband von James Brown. Es half alles nichts, es mussten schöne,
traurige Balladen sein. Lagen ja auch näher, spätestens seit Priscilla
ihn verlassen hatte. So verkam Elvis zu seiner eigenen Karikatur, der er
nur manchmal auf der Bühne entrinnen konnte.
Ich hätte Elvis gern mal live gesehen. Nicht diese beschissene Videoshow,
die demnächst in München gastiert. Einfach Elvis, mit Band, mit diesem
fantastischen Background-Chor und sonst gar nichts. Wird leider nicht
klappen. Also denk ich am 8. Januar einfach mal an ihn.
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(8. Januar 2001)
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