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Jaco Pastorius
Eine Retrospektive des Werks von Jazz-Bassisten war seit langem
überfällig. Hier ist sie endlich.
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Jaco Pastorius "Jaco Pastorius"
Der Name ist Programm: Denn dieser Bassist ist legendär. Sein Spiel
revolutionierte den Sound, die Technik und Spielweise einer gesamten
Bassisten-Generation, und wohl aller Bassisten nach ihm. Und doch ist erst jetzt
sein erstes Solo-Album erschienen.
Sony und Legacy Records ist es zu verdanken, dass dieser Musiker endlich eine
eigene Retrospektive erhält, die ihn nicht nur als den grandiosen Bassisten
(und zunehmend prägenden Charakter) von "Weather Report" zeigt,
sondern auch als eigenständigen, herausragenden Künstler offenbart.
Seine Technik ist dramatisch; die Geschwindigkeit und Exaktheit, in der
Pastorius den Parker-Klassiker "Donna Lee" nur in Begleitung von
Congas aus dem Ärmel zu schütteln scheint, macht sprachlos. Er phrasiert da
wie ein Bläser, und verleugnet dennoch nicht sein Instrument. Bei "Come
on, come over" begleitet er die beiden Soul-Legenden Sam & Dave in
einer unerhört trockenen, knackigen Art. Und dann "Continuum": Selten
hört man ein solch ein lyrisches Piece, harmonisch ausgefeilt, komplex, ohne
Kitsch. "(Used to be a) Cha-Cha" schließlich ist ein wunderbar
vertracktes Arrangement, bei dem Herbie Hancock an Pastorius’ Seite zu
Hochform aufläuft. Ohnehin wimmelt es auf dieser Platte nur von Legenden des
Jazz: Hancock, Wayne Shorter, Lenny White, David Sanborn, The Brecker Brothers
etc.
Jaco Pastorius starb 1987. Doch seine Musik lebt weiter, in Musikern wie Victor
Bailey, der ihn sein größtes Vorbild nennt, und Pat Metheny, der die liner
notes zur CD schrieb. Der Jazz-Bass würde heute anders klingen, hätte es Jaco
Pastorius nicht gegeben.
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