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  Ausgabe 21 : Titel

  
 
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Wenn Ingolstadt die Lacher auf seiner Seite hat

Am Rosenmontag haben die 17. Ingolstädter Kabaretttage 2001 begonnen 


Luise Kinseher


Am Rosenmontag sind die 17. Ingolstädter Kabaretttage gestartet, und sie sind seitdem gut in Fahrt. Der ebenso überraschende wie schwarze Auftakt mit dem Dortmunder Duo Ape & Feuerstein zeigte bereits, was die Stärke dieses Festivals ist: Talente und in unseren Regionen noch unbekannte Künstler erstmals zu präsentieren.
Was 1985 mit drei Auftritten begann (darunter die damals noch nahezu unbekannten Schlenger & Meilhammer), wuchs langsam, aber zielstrebig zu einem großen Festival heran. Mittlerweile stehen die Fans pünktlich zum Beginn des Vorverkaufs in riesigen Schlangen für die begehrten Tickets an. Kein Wunder, wenn man sich das Programm ansieht. 

Ein schwerer Schlag ist das Programm der 17. Ingolstädter Kabaretttage für all diejenigen, die sich nicht entscheiden können. Die haben es ordentlich schwer, denn die angekündigten Auftritte präsentieren einen repräsentativen Querschnitt der aktuellen deutschen Kabarettszene, der noch dazu in Deutschland seinesgleichen sucht. Wir möchten Sie deshalb rechtzeitig auf einige Highlights des restlichen Programms (die Kabaretttage laufen noch bis zum 10.4. und enden mit einem "Nachschlag" am 20.5.) hinweisen.




Arnulf Rating 1977 machte sich eine Untergrundgruppe der besonderen Art in Berlin ans Werk: "Die 3 Tornados" waren so etwas wie die Berliner Spaßguerilla, machte mit ihrem Kabarettprogramm alles platt, hatte mit Auftrittsverboten zu kämpfen und durfte sich über renommierte Kleinkunstpreise freuen. Einer dieser drei Sturmredner war Arnulf Rating. 1990 bildete er rechtzeitig zur Wiedervereinigung mit Matthias Beltz und anderen das Reichspolterteam, und ging drei Jahre später eigene Wege. "Berlin Express" heißt das neue Programm, und wem das Lachen über die Berliner Republik noch nicht vergangen ist, kann sich gemeinsam mit Rating darüber lustig machen. Also schnell einsteigen in den "Berlin Express".
Am Dienstag, 20. März 2001 um 20.30 Uhr in der "Neuen Welt", Karten sind für 27,50 DM im VVK erhältlich

Aktuelle CD "Berlin Express" bei Amazon




Matthias Richling muß man eigentlich nicht mehr vorstellen. Der Schwabe ist mit seinem 25. Programm "Das @ntwort" zu Gast, und hat die für Kabarettisten wahrlich harte Zeit nach Kohl & Co. furchtlos angegangen. Niemand durfte sich vorzeitig freuen, künftig von Schnellredner Richling verschont zu werden. Wer glaubt, über das Tagesgeschehen Bescheid zu wissen, bekommt spätestens von ihm die wahren Hintergründe und die erhellenden Zusammenhänge aufgezeigt. Man muß nur genau so schnell hören können, wie Richling redet. Und wenn der Verstand mithalten kann, steht einem witzigen Abend auf hohem Niveau nichts mehr entgegen.
Matthias Richling selbst ist zwar bis jetzt ein strikter Homepage-Verweigerer, doch im Feuilleton der Berliner Morgenpost wird man fündig.
Am Mittwoch, 21. März 2001 um 20 Uhr im Festsaal des Theaters, Karten sind zwischen 27,50 DM und 41,80 DM im Vorverkauf erhätlich




Stephan Wald Ein ganz anderes Kaliber ist Stephan Wald. Aber nur, was die Sprechgeschwindigkeit angeht. Auch er ist ein Meister dieses Genres, und hat es in den letzten Jahren zu erheblicher Bekanntheit gebracht. Was erst auf den zweiten Blick verwundert. Zunächst taugen Walds Auftritte für herzhaftes Lachen, wenn er Inge Meysel oder Franz Josef Strauß parodiert. Doch Wald wäre nicht was er ist, würde sein hintersinniges Programm nicht zum Ende hin richtig gemein sein. Aber was ist schon gemein, wenn man Kabarettist ist?
Sein aktuelles Programm nennt er "Zombieland", und man kann sich ausmalen, wer da alles sein Fett abbekommen wird. Jedenfalls sollten sich alle Vertreter der Spaßgeneration warm anziehen, oder vorsichtshalber doch besser in der letzten Reihe Platz nehmen. 
Am Freitag, 30. März 2001 um 20 Uhr im "Haus der Jugend" (Fronte 79), Karten sind für 33 DM im VVK erhätlich




"Sit up Comedy" hatten wir bis jetzt noch nicht. Eisberg bringen uns diese spezielle Form näher, wenn sie ihren besten Nummern mit dem Programm "Grundlos im Freibad" auf die Bühne der Kabaretttage bringen. Die drei Herren stehen dabei durchaus in der Tradition anderer kabarettistisch veranlagter Hessen, und wie auch ihre Landsleute von Badesalz vereinen sich hier musikalische Breitseiten mit spitzzüngigem Witz.
Am Dienstag, 27. März 2001 um 20.30 Uhr in der "Neuen Welt", Karten sind für 27,50 DM im VVK erhältlich

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Alf Poier Wer sich schon immer gefragt hat, wie eine steirische Antwort auf Ringsgwandl und Helge Schneider aussehen könnte, bekommt die Lösung dieses Problems mit Alf Poier präsentiert. Der 33-jährige kann zwar den genauen Inhalt seines Programms "Zen" nicht so recht erklären, macht sein Publikum oft ratlos, doch genau das ist möglicherweise seine Masche. Denn wenn die Zuhörer literweise Lachtränen vergießen, können die Pointen so daneben nicht sein. Sicher einer der seltsamsten, weil abstrakten Auftritte, doch ganz sicher ein Höhepunkt.
Am Sonntag, 1. April 2001 um 20.30 Uhr in der "Neuen Welt", bereits ausverkauft 




Auf Anhieb das Passauer Scharfrichterbeil zu gewinnen, ist nicht vielen Kabarettisten vergönnt. Zu dieser Minderheit gehört Luise Kinseher. Die Jury bescheinigte der 1969 in Niederbayern geborenen Kinseher "genial-diabolische Sozialstudien" und einen "Humor schwarz wie die Nacht." Bei den Kabaretttagen präsentiert sie ihr taufrisches Programm "Schnop - der Weg ist weg".
Am Montag, 9. April 2001 um 20.30 Uhr in der "Neuen Welt", Karten sind für 24,20 DM im VVK erhältlich




Zu spät, die Hesse komme: Eisberg Damit ist natürlich längst noch nicht alles geschrieben, was es über die Kabaretttage 2001 zu schreiben gäbe. Aber das kann am Ende alles nur eine kleine Hilfestellung sein, denn auch hier gilt wie überall: Hingehen und selbst erleben. Wie treffsicher die Veranstalter dieses Festivals im Hinblick auf den Geschmack ihres Publikums sind, haben die vergangenen Jahre jedenfalls bewiesen. Oft genug waren unter den "Neulingen" auf der Bühne Künstler, die heute aus der Kabarettszene nicht mehr wegzudenken sind.


Wer sich seine Karte bereits im Vorverkauf sichern möchte (was wir empfehlen), hat hier die Gelegenheit: In Ingolstadt sind die Tickets beim Musikhaus Zäch, im Donaukurier-Office und in der "Neuen Welt", in Eichstätt bei Musik Gottstein und in Neuburg im Edeka-aktivmarkt Feldkirchen erhältlich.


Thomas Uhle
(5. März 2001)

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